Home Staging beim Immobilienverkauf – was es bringt, was es kostet und wann du besser die Finger davon lässt.

Wohnzimmer Home Staging

Home Staging ist in aller Munde. Die Idee: Du richtest deine Immobilie professionell her, bevor sie auf den Markt kommt – und erzielst dadurch einen höheren Preis. Das klingt gut. Manchmal stimmt es auch. Aber manchmal ist Home Staging nichts anderes als teures Geld verbrennen – besonders wenn die Lage nicht mitspielt. Ich bin Markus Berlik, Immobilienmakler in Bremen seit 1996. Ich sage dir in diesem Ratgeber, wann Home Staging sich rechnet, wann es nicht lohnt – und was du stattdessen tun solltest. Ohne Marketing-Versprechen, nur mit ehrlicher Einschätzung.

Was ist Home Staging?

Home Staging bedeutet, eine Immobilie vor dem Verkauf so herzurichten und zu inszenieren, dass sie auf Fotos und bei Besichtigungen maximal attraktiv wirkt.

Das kann bedeuten:

  • Möbel umstellen oder austauschen
  • Persönliche Gegenstände entfernen
  • Neutrale Dekoration platzieren
  • Farblich harmonisieren
  • Kleine Reparaturen durchführen
  • Professionelle Reinigung
  • Beleuchtung optimieren

Home Staging ist keine Renovierung – es ist Inszenierung. Der Unterschied ist wichtig: Eine Renovierung verändert die Substanz, Home Staging verändert den Eindruck.Wer macht Home Staging? Professionelle Home Stager – Inneneinrichter mit Verkaufserfahrung – oder in einfacheren Fällen der Makler zusammen mit dem Eigentümer. In Bremen gibt es spezialisierte Home-Staging-Anbieter, die ich nach Bedarf empfehlen kann.

Wann lohnt sich Home Staging – und wann nicht

Das ist die entscheidende Frage. Und die Antwort hängt von zwei Faktoren ab: der Lage und dem Ausgangszustand.

Home Staging lohnt sich:

In gefragten Lagen mit solventen Käufern In Schwachhausen, dem Viertel oder Oberneuland kaufen Käufer ein Gefühl – nicht nur Quadratmeter. Ein professionell hergerichtetes Objekt kann hier 5–10 % mehr erzielen als ein unvorbereitetes. Das rechtfertigt einen Home-Staging-Aufwand von 2.000–5.000 €.

Bei leerstehenden Immobilien Leerstehende Objekte wirken auf Fotos und bei Besichtigungen tot. Käufer können sich nicht vorstellen, wie man dort leben würde. Eine durchdachte Einrichtung – gemietet, nicht gekauft – schafft Emotionen und Identifikation. Das zahlt sich aus.

Bei Immobilien mit unterdurchschnittlichem Zustand in guter Lage Wenn eine Wohnung oder ein Haus in guter Lage liegt, aber optisch veraltet wirkt, kann gezieltes Home Staging den ersten Eindruck deutlich verbessern – ohne die Substanz anfassen zu müssen.

Home Staging lohnt sich nicht:

In schwachen Lagen Wohnst du in einer nicht so gefragten Lage, wo die Quadratmeterpreise niedrig liegen, wird dir keiner den gold polierten Wasserhahn bezahlen. Die Kosten des Home Stagings übersteigen den möglichen Mehrerlös.

Bei strukturellen Mängeln Eine Schimmelfleck-Wohnung wird durch schöne Kissen nicht besser. Käufer sehen durch oberflächliche Inszenierungen hindurch. Schlimmer noch: Wer strukturelle Mängel kaschiert und das beim Verkauf nicht offenbart, haftet dafür.Bei klar identifizierter Kapitalanleger-Zielgruppe Investoren kaufen Renditeobjekte. Sie schauen auf die Zahlen – Mietrendite, Kaufpreis, Lage. Ob die Wohnung schön eingerichtet ist, ist für sie sekundär. Home Staging für Kapitalanleger ist meistens verschwendetes Geld.

Was Home Staging kostet

Die Kosten variieren stark je nach Objekt, Aufwand und Anbieter.

Richtwerte:

LeistungKosten ca.
Beratung (2–3 Stunden)200–500 €
Partial Staging (ein bis zwei Räume)500–1.500 €
Full Staging (komplette Wohnung, leer)2.000–6.000 €
Full Staging (bewohntes Objekt)1.500–4.000 €
Professionelle Reinigung300–800 €
Kleinreparaturen200–1.000 €

Was du selbst kostenlos tun kannst: Vieles, was Home Staging ausmacht, kostet kein Geld – nur Zeit und den Willen zur Konsequenz.

  • Alle persönlichen Gegenstände entfernen (Familienfotos, Urlaubssouvenirs, Haustier-Utensilien)
  • Alle Flächen freiräumen – Küche, Badezimmer, Arbeitszimmer
  • Fenster putzen (Streifen sieht man auf Fotos)
  • Alle Lampen einschalten beim Fototermin
  • Frische Blumen oder neutrale Deko platzieren
  • Aus Bauchhöhe fotografieren, nicht aus Augenhöhe

Das ist die einfachste und günstigste Form von Home Staging – und sie macht oft mehr aus als eine 3.000-€-Profi-Inszenierung bei einem Objekt in einer schwachen Lage.

Home Staging vs. Renovierung – was den Unterschied macht

Ein häufiges Missverständnis: Viele Eigentümer denken, sie müssen vor dem Verkauf renovieren. Manchmal stimmt das. Oft nicht.

Was den Preis wirklich beeinflusst: Nicht die neue Küche, die du für 15.000 € eingebaut hast. Nicht das frisch geflieste Bad. Sondern: Die Lage, der Grundriss, das Grundstück, die Energieklasse, der Zustand der Substanz.

Was Renovierung bringt: Eine gezielte Renovierung – neue Fenster, frischer Anstrich, funktionierendes Bad – kann den Preis heben. Aber: Der Rücklauf ist selten 1:1. Du investierst 10.000 € und erzielst vielleicht 8.000 € mehr.Meine Faustregel: Kleine sichtbare Maßnahmen: ja. Große strukturelle Maßnahmen: erst rechnen. Ich sage dir vor dem Verkauf konkret, was sich lohnt – und was du dir sparen kannst. →Kostenlose Immobilienbewertung

Home Staging und professionelle Fotografie – das wichtigste Duo

Home Staging alleine nützt wenig, wenn die Fotos schlecht sind. Und umgekehrt: Professionelle Fotos eines unvorbereiteten Objekts sind verschwendetes Geld.

Warum professionelle Fotografie entscheidend ist: Käufer entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sie auf eine Anzeige klicken oder weiterscrollen. Das Titelbild ist alles. Ein dunkles Handyfoto – egal wie schön die Wohnung ist – verliert gegen ein professionell ausgeleuchtetes Bild.

Was professionelle Immobilienfotografie kostet: In Bremen ca. 300–600 € für ein durchschnittliches Objekt. Für diese Investition bekommst du 15–25 hochwertige Bilder, optimiert für Portale und Social Media. 360-Grad-Rundgänge: Besonders bei hochwertigen Objekten oder für die Vorabselektion von Interessenten sinnvoll. Kostet ca. 200–400 € zusätzlich – und reduziert Besichtigungstourismus messbar.

Häufige Fragen zu Home Staging

Lohnt sich Home Staging in Bremen?

In guten Lagen und bei leerstehenden Objekten: ja, oft. In Randlagen oder bei klar definierter Kapitalanleger-Zielgruppe: selten. Ich bewerte das für dein konkretes Objekt.

Wie viel Mehrerlös bringt Home Staging?

Studien zeigen Mehrerlöse von 5–15 % – aber das gilt nur für bestimmte Objekttypen und Lagen. Für eine Wohnung in Schwachhausen kann das 20.000–40.000 € bedeuten. Für ein Haus in einer Randlage vielleicht gar nichts.

Muss ich die Wohnung komplett ausräumen?

Nein – aber alles Persönliche sollte weg. Käufer müssen sich ihr eigenes Leben in den Räumen vorstellen können, nicht deins.Kann ich Home Staging selbst machen? Für das Basisstaging ja: aufräumen, entpersonalisieren, Licht optimieren. Für professionelles Staging mit gemieteten Möbeln und Styling brauchst du einen Fachmann.

Du willst wissen, ob sich Home Staging für deine Immobilie in Bremen lohnt? Ich schaue mir das Objekt an und sage dir ehrlich, was sinnvoll ist – und was du dir sparen kannst.

Über MBWOHNEN
Markus Berlik ist seit mehr als 25 Jahren als Immobilienmakler in Bremen tätig. Sein Maklerservice wird besonders für die persönliche Betreuung geschätzt, die von den Kunden hoch bewertet wird.
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